Pressemitteilung: Nachsynodales Schreiben "Querida Amazonia" von Papst Franziskus

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Die gerade in Deutschland aktuellen Themen der Weihe verheirateter Männer und einer niederen Weihe für Frauen werden im Text des Papstes überhaupt nicht erwähnt oder ablehnend beschrieben. Hier verkündet der Heilige Vater in Einheit mit seinen Vorgängern die Lehre der lateinischen Kirche. Die Letztgültigkeit der Entscheidung des Hl. Johannes Paul II. zur Unmöglichkeit einer Weihe von Frauen wird so auch durch Papst Franziskus erneut bestätigt.
Somit stellt sich der Papst gegen die Empfehlung der Mehrheit der Synodenteilnehmer, die eine Weihe verheirateter Männer zur Aufrechterhaltung der Sakramentenspendung beschlossen hatten. Sakramente ja, aber nicht durch eine Entstellung des Priestertums.
Synodalität ja, aber keine Demokratie.

Der Heilige Vater stellt uns mit seinem Schreiben seine Träume für die Region Amazonien vor. Die Sorge um die Entwicklungen in sozialer, ökologischer, kultureller und kirchlicher Hinsicht legt er uns allen, die wir der Leib Christi sind, eindringlich ans Herz.

Er verurteilt sehr klar einen reinen Ökologismus, der die sozioökonomischen Aspekte der Bewohner aus dem Blick verliert. („Wir brauchen keinen Ökologismus, […] der die Völker Amazoniens ignoriert.“) (8)

Dankenswerterweise bittet er auch um Verzeihung für die Verfehlungen und Sünden mancher Missionare in den vergangenen Jahrhunderten. (19)

Außerdem warnt er eindringlich vor „Konsumismus, Individualismus, Diskriminierung, Ungleichbehandlung und anderem, welche die schwachen Seiten der vermeintlich höher entwickelten Kulturen aufzeigen.“ (36) Gerade dieser Warnung können wir uns nur anschließen. Eine Überhöhung des westlichen Fortschrittsgedankens schlägt leicht in einen neuen Kulturimperialismus um, der uns in keiner Weise zusteht.

Er hebt die Schönheit der Schöpfung hervor und weist auf die Gefahr der Objektivierung und des Missbrauchs von Geschöpf und Materie hin, wenn diese gottgemachte Schönheit aus dem Blick gerät und ihre Verehrung nie gelernt wurde. (56)

In Anlehnung an den Hl. Johannes Paul II., den er häufig zitiert, ruft er uns ins Gewissen: „Wir schämen uns nicht für Jesus Christus.“ Gerade hier strahlt die Kraft des Textes heraus. Nur durch eine treue und vollständige Verkündigung der Lehre und des Lebens Christi kann eine Neuevangelisierung weltweit gelingen. Wir dürfen den Menschen auch die herausfordernden Worte des Herrn nicht vorenthalten. Ohne diese Verkündigung wird die Kirche zu einer reinen NGO, ohne dem Auftrag Christi zu folgen. (64)

Außerdem betont er den hohen Wert des Priestertums in Einheit mit den Sakramenten der Eucharistie und Absolution. Hierin liegt der höchste und erste Sinn des priesterlichen Dienstes. Die hierarchische Dimension ist auf die Heiligung der Gläubigen ausgerichtet. Uns die göttlichen Gnaden zu vermitteln, darin liegt das mystische Geheimnis des Priestertums. (87)

(In Klammern die Nummerierung des Schreibens aus der englischen Version.)

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