Macht in der Kirche: Dienendes Priestertum als Vorbild

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Aufgabe des Priesters ist es, Christus in der Welt berührbar und sichtbar zu machen im Spenden der Sakramente. Viele Bischöfe, Priester und Diakone versehen ihren Dienst an Gott und den Menschen mit tagtäglicher Hingabe. Klar ist: Jede Art des Machtmissbrauchs, wie er leider in der Vergangenheit vielerorts geschehen ist und geschieht, steht im absoluten Gegensatz zur Lehre der Kirche. Mancher Missbrauch von Macht kommt nicht zuletzt aus der falschen Vorstellung einzelner Geistlicher, dass es in der Hand des Priesters liegt, über Lehre, Sakramente, Liturgie, aber auch über die ihm anvertrauten Gläubigen frei zu verfügen.

Ein Verfälschen der Sakramente oder der Liturgie nach den privaten Vorstellungen oder Wünschen eines Geistlichen ist ein Machtmissbrauch und enthält den Christen das Notwendigste vor, nämlich die direkte Begegnung mit Christus durch die Sakramente und die Gemeinschaft mit der Weltkirche in der einheitlichen Liturgie.

Daher braucht der Klerus eine Reform des Selbstverständnisses von Priestern. Der Klerus muss sich wieder als Diener der Menschen und Diener Gottes sehen. Der Priester hat Macht über seine Gläubigen ausschließlich im Sinne von dienender Verantwortung. Die Verantwortung des Priesters oder Bischofs liegt allein darin, den Gläubigen durch Sakramente, Predigt und Begleitung zur persönlichen Heiligkeit zu verhelfen. Eine demütige Unterordnung der Geistlichen unter die Vorgaben der Liturgie, der Lehre und der Regeln zur Sakramentspendung ist ein dringend notwendiger Schritt zur Vorbeugung von Machtsucht und Klerikalismus.

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