Entweder - Oder – Sollen Frauen und Männer völlig gleich behandelt werden?

 

Von Hendrikje Machate

Bei den zahlreichen Beiträgen in den sozialen Medien, die unter dem Hashtag #metoo erbracht wurden, verschwimmt leider die Grenze zwischen blöden Anmachen an einer Bar oder unangebrachten Bemerkungen über ein tiefes Dekolletee mit ernsthafter sexueller Nötigung bzw. tätlichen Übergriffen innerhalb eines Abhängigkeitsverhältnisses, z.B. im Berufsleben. Auf die echten Opfer kann ich hier nicht eingehen. Bestraft gehören die dazugehörigen Verbrecher in jedem Falle, sofern es sich wirklich um ein Verbrechen handelt.

Doch generell gibt es nun einmal Unterschiede zwischen Frauen und Männern und der optische Reiz einer attraktiven Frau wirkt auf Männer sehr viel stärker als es viele Frauen nachempfinden können. Das erfordert verantwortungsvolles Handeln und Rücksichtnahme auf beiden Seiten. So wie es Frauen gibt, die sich ängstigen, ihren dringend benötigten Job zu verlieren, falls sie nicht ihrem Vorgesetzten gewisse Gefälligkeiten erweisen, gibt es auch Frauen, die genau ihre Wirkung ausnützen um bspw. im Musikbusiness groß raus zu kommen, was einige Männer gern mit sich geschehen lassen. Gerade vielleicht, weil Letzteres als normal angesehen wird und in vielen Berufszweigen durchaus nicht selten vorkommt, gibt es wohl auch eine Erwartungshaltung von manchen Männern gegenüber Frauen, die so etwas ihrerseits niemals oder zumindest nicht bei jedem zulassen würden.
Die Konventionslosigkeit des alltäglichen Zusammenlebens, die in der Geschichte unserer Kultur so etwas völlig Neues ist, hat die permanente Überschreitung von Grenzen hervorgebracht, die den einen noch wie selbstverständlich etwas gelten und für die anderen nicht (oder nicht mehr) existieren. Somit werden bisweilen alle Frauen wie käufliche behandelt. Dies geschieht auch, weil Bewegungen wie der Feminismus das als Frauenbefreiung erklärt haben. Und nun werden die Frauen ausgerechnet Opfer jener Bewegung, die von sich behauptet, Frauen eine Stimme, Schutz und Rechte zu geben. Das ist das tragische Element dieser ganzen Debatte.

Es ist absurd und eigentlich ungeheuerlich, davon auszugehen, dass Männer eine Gesellschaft heranbilden, die dazu dient, dasjenige Geschlecht herabzuwürdigen und zu benachteiligen, mit dem sie bei ihrer Mutter angefangen die intimste und innigste Verbindung eingehen. Nämlich im Gegenteil! Die Frau wurde und wird von diesem in der abendländischen Tradition als Gefährtin angesehen. Das zum Gebären, Nähren und liebevollem Heranziehen der Kinder begabte Geschlecht wurde von diesen in der christlichen Kultur auf einen Sockel gestellt und mit Privilegien überhäuft, woran im Film „Titanic“ erinnert wird, wenn der Stuart am Bord der Titanic bei der Verteilung der Plätze im Rettungsboot sagt „Women and children first“. Das körperlich überlegene Geschlecht verstand sich seit jeher als Beschützer des sensibleren, in welchem allein neues Leben heranwachsen kann und ging mit diesem eine symbiotische Beziehung ein, in der jeder von Natur aus gewisse Rollen entsprechend seiner Anlagen einnimmt.

Wenn Frauen sich nur als Opfer stilisieren, streifen sie damit eigentlich alle Verantwortung ab, die auch sie haben, damit diese Rollen gelingend ineinandergreifen und behaupten, dass sie in einer rein von Männern kontrollierten Welt leben, in der sie nur eine passive Rolle spielen. Sie schreien dabei unbewusst nach dem starken, ehrbaren Ritter – heute in Gestalt des Staates – , der die Schurken bestraft und von ihnen fernhält und sich um all ihre Nöte und Befindlichkeiten sorgt. Klingt das denn nur kitschig, überkommen und außerdem schrecklich mittelalterlich?

Eigentlich hat vermutlich selbst die eingefleischteste Feministin von so einem Männerbild geträumt als sie ein kleines Mädchen war. Teilweise trainieren leidvolle Erfahrungen, Resultate aus der vergifteten Geschlechterbeziehung solche Männerbilder wieder ab und machen einem regelrechten Männerhass inklusive pauschalisierter Anklagen Platz. Genau dieser aber streitet jegliche Eigenverantwortung ab und setzt sich ein unrealistisches Feindbild entgegen.
Es heißt sich zu entscheiden: Entweder wollen wir als Gesellschaft, dass Frauen in allem völlig gleich behandelt werden – dann müssen sich diese aber auch ihrer eigenen Verantwortung stellen und dürfen sich nicht als schwaches Opfer stilisieren, dass überall mehr Rechte, Schutz und Sonderbehandlungen benötigt. Oder wir entscheiden uns für eine Gesellschaft in der Frauen das Privileg genießen, als so wertvoll angesehen zu werden, dass sie unter einen besonderen Schutz gestellt werden von Männern, denen dafür in der Öffentlichkeit auch eine größere Machtfülle und Verantwortung zukommt. Denn nur tugendhafte, starke Männer bieten Frauen einen Schutz vor den niederträchtigen Exemplaren.

Frauen hatten und haben eigentlich von jeher ohnehin selbst sehr viel Macht – immerhin geben sie den Heranwachsenden ihre erste Prägung und sind dem konträren Geschlecht ein erstrebenswertes für wertvoller erachtetes Gut – , eine Macht also, die mehr aus dem Hintergrund und weniger in der Öffentlichkeit zum Tragen kommt. Der feministische Schrei nach mehr weiblicher Macht und weiblichem Einfluss ist schon allein deswegen ein völlig überzogenes Zeichen der Dekadenz.

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